Diese Woche beginnen wir das Buch Devarim. Die Parascha beginnt mit den Worten von Moshe Rabbeinu – und eigentlich nennt er nur verschiedene Orte. Was will er damit sagen?
Raschi erklärt: „lefi she-hen divrei tochacha“ – es sind Worte der Zurechtweisung. Moshe kritisiert das Volk, dass es an all diesen Orten nicht in Ordnung war. Doch er kritisiert ohne Kritik: Er nennt nur den Ort, er rügt nur mit einem Hinweis.
Gerade jetzt, in den drei Wochen und den neun Tagen vor Tisha BeAv, ist das eine wichtige Botschaft. Der zweite Tempel wurde wegen Sinat Chinam und Machlokes zerstört – wegen Respektlosigkeit zwischen den Menschen. Kann sein, mit Gott war man im Reinen – aber untereinander nicht.
Wie machen wir es wieder gut? Wir lernen von Moshe Rabbeinu: Auch wenn du Kritik hast, wähle immer die richtigen Worte – ohne Schimpferei, ohne Schreierei, ohne Beleidigung. Gib einen Hinweis, damit der andere selbst versteht: „Ah, ich war nicht in Ordnung.“
Das ist unsere Aufgabe in diesen Tagen: positiv denken und einander Kavod geben – Respekt und Unterstützung. So können wir alles wiedergutmachen, was wir durch unsere Fehler verursacht haben. Sheyibaneh Beit HaMikdash bimheirah beyameinu. Amen.
Ein kurzer Gedanke zum Schabbat von Rabbiner Ehrenberg.