In zwei Wochen ist Rosch Haschana. Wir kommen alle in die Synagoge und beten zu Gott, er möge uns ein gutes, süßes Jahr schenken. Aber es reicht nicht, bei Worten zu bleiben. Zu Hause setzen wir uns an den Tisch und nehmen die Simanim: Apfel mit Honig für ein süßes Jahr, Granatapfel für viele Verdienste, Karotten, damit unsere Feinde vergehen, und den Kopf vom Fisch – und wir sprechen „Schenihje leRosch welo leZanav“. Wir bleiben nicht bei Worten, sondern wir tun: Wir nehmen, wir essen, wir handeln.
Warum? Der Ramban lehrt: Wir leben in einer Welt der Tat. Als Gott Awraham das Land Israel versprach, sagte er ihm sogleich: „Steh auf, durchwandere das Land.“ Nicht bei Worten bleiben – durch das Gehen sollst du zeigen, dass das Land dir gehört. Manche sagen: „In meinem Herzen glaube ich, alles ist gut.“ Das reicht nicht. Der Glaube will Tat – Gutes tun, Menschen helfen, Zedaka, Chesed, Tefillin legen.
„Schenihje leRosch welo leZanav“ – wir sollen ein Kopf sein und nicht ein Schwanz. Der Schwanz trifft keine eigene Entscheidung, er folgt nur. Wir aber haben einen Kopf und sollen ihn benutzen: bewusst leben, nachdenken und den richtigen Weg wählen. Gott legt uns beides vor – „et hachajim we-et hamawet“, das Leben und den Tod – und sagt: „Uwacharta bachajim“, wähle das Leben. Ein Leben aus Bewusstsein, aus Glauben an Gott und aus vielen, vielen guten Taten für die Menschheit.
Ich wünsche uns allen – der ganzen Gemeinde in Berlin, unseren Brüdern und Schwestern in Israel und in der ganzen Welt – ein gutes, glückliches und süßes Jahr. Schana tova!
Ein Gedanke zu Rosch Haschana von Rabbiner Ehrenberg.